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Rainer Winter: 

Die Herausbildung eines kritischen Poststrukturalismus in den USA hat die zunächst in der Anthropologie diagnostizierte “Krise der Repräsentation” auch in der qualitativen Forschung zu einem zentralen Problem gemacht. Dies führte zu einer Dekonstruktion der Grundlagen der traditionellen Sozialforschung, zur Berücksichtigung ethischer Fragestellungen und zur Suche nach neuen Formen der Validität.

Vor diesem Hintergrund werden verschiedene Methoden und Forschungsstrategien einer kritischen qualitativen Forschung vorgestellt und untersucht. Es sind dies der interpretative Interaktionismus, die Autoethnografie und die performance ethnography. Dabei wird auch der damit verbundene Aufruf zum Engagement, der zu kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen beitragen möchte, diskutiert.

>> Freitag 17 bis 18.30 Uhr 

Rainer Winter:

In oppositioneller und kritischer Weise problematisiert der soziale Konstruktionismus die im Positivismus und Empirismus für selbstverständlich gehaltenen Auffassungen der (psychischen) Realität, indem er zu einem radikal anderen Verständnis psychologischer und sozialer Phänomene einlädt. Sein Ausgangspunkt ist nicht das Individuum, sondern das Soziale, die Beziehungen zwischen Menschen. Wissen, Erfahrung und das Selbst sind stets sozial verankert. Vor diesem Hintergrund geht der soziale Konstruktionismus davon aus, dass wissenschaftliche Beobachtungen nicht den Charakter der Realität enthüllen können, denn sie sind immer schon sprachlich vermittelt und verweisen auf die kulturellen und sozialen Kontexte ihrer Entstehung.

>> Freitag 12 bis 13.30 Uhr

Rainer Winter, Prof. Dr.

studierte Psychologie, Philosophie und Soziologie in Frankfurt am Main und Trier. Heute ist er Professor für Medien- und Kulturtheorie an der Universität Klagenfurth, Österreich. Veröffentlichungen u.a.: Die Zukunft der Cultural Studies. Theorie, Kultur und Gesellschaft im 21. Jahrhundert (Transcript 2010); Plädoyer für kritischen Perspektiven in der qualitativen Forschung. In: FQS, Vol. 12, Nr. 1.

Thomas Leithäuser:

Zu Beginn des workshops wird die Methode der Gruppendiskussion in ihren verschiedenen methodischen Facetten der Erhebung und Auswertung vorgestellt. Es gibt sehr offene und flexible Methoden der Gruppendiskussion, wie z.B. die themenzentrierte Gruppendiskussion wie auch strukturierte Methoden, in denen häufig noch das Thema der Gruppendiskussion als ein Grundreiz und die Beiträge der Diskutanten als Reaktionen verstanden werden.
Auf dem workshop soll es um ein kritisch-hermeneutisches Verständnis im Gruppendiskussionsverfahren gehen. In Sinne des learning by doing wird daher eine themenzentrierte Gruppendiskussion durchgeführt.

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Thomas Leithäuser:

Die Methode der Tiefenhermeneutik zielt auf die Erkenntnis unbewußter geselschaftlicher Prozesse. Sie ist an der Psychoanalyse orientiert, hat aber im Gegensatz zu dem individuellen Unbewußten, wie es die Psychoanalyse zu erfassen sucht, die Erkenntnis des unbewußten  Gehalts gesellschaftlicher Phänomene im Blick wissenschaftlicher Untersuchung. Die Tiefenhermeneutik hat sich besonders in der Analyse von Textprotokollen aus Gruppendiskussionen und Interviews bewährt.
Auf dem workshop wird es eine kurze Einführung in die tiefenhermeneutische Textinterpretation geben. Im Sinne des learning by doing wird dann gemeinsam mit den Teilnehmern des workshops eine tiefenhermeneutische Interpretation einer Textvignette versucht.

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Jochen Schäfers:

Die methodische Tradition der ‘objektiven Hermeneutik‘ stellt den Anspruch, mit der Sequenzanalyse eine verbindliche Methode für das Gesamt der Geistes-, Sozial-und Kulturwissenschaften zu liefern. Die Analyse von Filmen stellt ein relativ neues Feld ‘objektiv hermeneutischer‘ Forschung dar, für das die Regeln sequenzanalytischen Vorgehens spezifiziert werden müssen. Als ein besonders wichtiger Schritt hat sich die selbständige Interpretation des Titels herausgestellt, da diese den Anspruch aufzeigt, den der Film in seinem Titel stellt. Dies zeigt die Interpretation des Filmtitels ‘Rote Sonne‘ besonders deutlich.

>>Samstag 15 bis 16.30 Uhr 

Jochen Schäfers

Studium der Fächer Philosophie, Soziologie und Mathematik in Frankfurt am Main, dann Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, momentan Doktorand.

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